Sie kennen es. Von klein auf ist es Ihnen vertraut. Auf ihm haben Sie ihre ersten Striche gemalt. Ihre ersten Buchstaben geübt und dann schließlich schreiben gelernt. Papier. Seit Jahrhunderten ist es Träger von Wissen und Kultur. Und doch ist es heute ein Wegwerfprodukt. Im Privatbereich wandern unzählige Tonnen Papier in Form von Haushaltswerbung direkt in den Müll.

Im Büro belasten unnötig ausgedruckte E-Mails oder Fehldrucke die Umwelt und den Geldbeutel. Laut einer Umfrage wird in Europa jede sechste Seite ungelesen entsorgt! Und 20 %*1 der zuvor ausgedruckten Dokumente werden dann anschließend nur für weniger als fünf Minuten genutzt. Das ist der Wahnsinn oder?!

Mit aufkommen der Digitalisierung meinten einige hingegen, dass es bald das Ende von Papier sei. Aber Papier ist geduldig. Und Papier hat gegenüber digitalen Produkten, wie E-Books zum Beispiel, einige Vorteile.

Die vielen Papiersorten und Veredelungstechniken machen Papier wieder interessant. Es hat wieder einen gewissen Wert, wenn man eine physische Drucksache in den Händen hält. Daher zahlt sich die hochwertige Erstellung einer Broschüre oder Visitenkarten in jedem Fall aus.

 

Papier und dessen Veredelungstechniken

Die vielen Papiersorten und Veredelungstechniken machen Papier für die Kommunikation interessant.

#1 Die Geschichte von Papier

Der Mensch war schon früh auf der Suche nach geeigneten Trägern von Zeichen und Schrift. Die bekanntesten Vorläufer von Papier waren Papyrus und Pergament.

Erstmalig wurde Papyrus im alten Ägypten aus der gleichnamigen Pflanze hergestellt. Daher kommt auch der Name, denn Papyrus ist griechisch und bedeutet „Stoff des Pharaos“. Die in Streifen geschnittene Stängel wurde kreuzweise zusammengelegt, dann geschlagen und gepresst. Das Mark verklebte die einzelnen Streifen miteinander. Nach dem Trocknen konnten die so hergestellten Papyrusblätter beschrieben werden.

Papier wurde erstmalig in China hergestellt. Ein Beamter des chinesischen Kaiserhofs beschrieb 105 n. Chr. das bekannte Verfahren zur Herstellung. Seidenabfälle, Hanf, alten Fischernetzen und Lumpen wurden zerstampft.

Nach dem Kochen wurden einzelne Lagen mit einem Sieb abgeschöpft, gepresst und getrocknet. Nachfolgend wurde ein der Herstellung gefeilt und die Eigenschaften wurden verbessert.

 

#2 Die Herstellung von Papier

Trotz des verschwenderischen Umgangs. Papier ist ein wertvolles Gut! Ein unglaublicher Aufwand wird betrieben, um Papier überhaupt erst einmal herzustellen.

Für eine Tonne Papier werden 98 Tonnen*2 anderer Ressourcen benötigt. Eine Tonne Papier bedarf bei der Herstellung genauso viel Energie, wie eine Tonne Stahl*3. In den Industrieländern ist die Papierindustrie einer der größten Wasserverbraucher.

Der Hauptbestandteil ist Zellulose. Hauptsächlich aus Holz gewonnen. Ja nach Papiersorte variieren jedoch die Roh-, Zusatzstoffe. Zum Beispiel können auch verschiedene Pflanzenfasern eingesetzt werden.

Doch wie wird Papier denn nun hergestellt? Holz wird zerkleinert, anschließend gekocht und mit Hilfe von Chemie die Zellulose von unerwünschten Holzbestandteilen getrennt. Bindemittel und Füllstoffe dazu gegeben. Sie steuern die zum großen Teil die Papierqualität.

Im nächsten Schritt wird, wieder mit Chemie, gebleicht. Verwendet wird dafür Chlordoixid, Peroxoessigsäure oder eine Kombination aus Sauerstoff, Ozon und Wasserstoffperoxid. Als Ergebnis bekommt man ein unbehandeltes aber einsatzfähiges Normalpapier.

Das Normalpapier wird mit Hilfe von verschiedenen Beschichtungen weiter verarbeitet. Es werden Wachse, Harze, Paraffine oder Farbstoffe eingesetzt. So werden gezielt verschiedene Papiereigenschaften erzeugt.

Wie Sie sehen, ist dieser Prozess sehr energieaufwändig, wasser- und rohstoffintensiv. Ich überlege mir jetzt dreimal, ob ich etwas ausdrucke oder ob es vielleicht auch ohne geht. Man kann aber noch mehr tun und z. B. Recyclingpapier verwenden. Für dessen Herstellung weniger Holz, Energie und Chemie benötigt wird. Zusammen mit einem verantwortungsvollen Umgang, kann man seinen kleinen Betrag leisten.

 

#3 Die Papiersorten

Man kann mehrere tausend Papiersorten unterscheiden. Die wir jetzt gemeinsam Schritt für Schritt durchgehen. Nein, ein kleiner Scherz! Ich stelle Ihnen nur die wichtigsten Papiersorten vor. Die Sie für Ihre nächsten Drucksachen auch gebrauchen können. Unter den aufgeführten Papiersorten gibt es noch weitere Unterteilungen bzw. Papiere mit leicht veränderten Eigenschaften. Aber für einen grundlegenden Überblick sollte es reichen. Also, fangen wir mal an:

Naturpapier

Das Naturpapier wird auch Universalpapier oder Normalpapier genannt. Es besteht nur aus natürlichen Fasern. Ist nicht beschichtet. Das ist auch das Schöne daran. Es hat eine einzigartige Haptik. Es fühlt sich einfach toll an. Der Nachteil ist das Druckbild. Durch die fehlende Beschichtung sickert die Farbe in das Papier. Dadurch hat das Motiv weniger Kontrast, Zeichnung und Brillanz. Es kann dazu führen, dass beispielsweise das Logo eine ganz andere Wirkung hat, als auf einem gestrichenen Papier.

Gestrichenes Papier

Die Bezeichnung kommt vom so genannten „Strich“. Er ist ein Bindemittelauftrag, der kunststoffhaltig und pigmentiert sein kann. Er wird auf das Papier aufgetragen und schließt die Oberfläche. Das Papier wird glatter und stabiler. Das verhindert das Eindringen der Farbe in das Papier. Die Drucke werden schärfer und kontrastreicher. Interessant ist: Zunächst sind alle gestrichene Papiere matt. Erst eine nachträglich aufgetragene Satinage erzeugt den Glanz.

Fotopapier

Beim Fotopapier besteht der Strich (siehe gestrichenes Papier) aus einem Weißpigment. Das Papier kann auch mit einer Gelatine-Fotoemulsion beschichtet sein. Sie nimmt die Farbe bei Tintenstrahldrucker besser auf und sorgt so für einen besseren Druck.

Recyclingpapier

Die Herstellung erfolgt mit weniger Ressourcen. Etwa ein Drittel an Energie und Wasser. Zudem findet hauptsächlich Altpapier und Pappe Verwendung. Dadurch ist es meist auch grau und nicht ganz so weiß, wie andere Papiere. Mit optischen Aufheller ist dennoch weißes Recyclingpapier möglich. Dieses Papier erhält dann aber keinen „Blauen Engel“. Sind Ihre Produkte oder Dienstleistungen besonders Umweltschonend, dann könnte in Ihrem Corporate Design beispielsweise festgelegt sein, dass ausschließlich auf Recyclingpapier gedruckt wird.

 

#4 Die Papierveredelung

Die Papiersorte bestimmt, wie deine Drucksache wirkt. Es gibt aber noch eine weitere Möglichkeit, darauf Einfluss zu nehmen. Durch die Veredelung von Papier. Sechs spannende Veredelungstechniken möchte ich Ihnen gerne zeigen:

– UV-Lackierung
– Folienkaschierung
– Duft-Lackierung
– Farbschnitt
– Blindprägung
– Heißfolienprägung

Die UV-Lack-Veredelung

Sie können Ihr Papier mit einer vollflächigen oder einer partiellen UV-Lackierung veredeln lassen. Hier wird nach dem eigentlichen Druck ein hochglänzender Klarlack aufgetragen. UV-Lacke enthalten Fotoinitiatoren. Sie sorgen für die Aushärtung. Und zwar während der Bestrahlung mit Licht. Mit dieser Technik lassen sich hohe Schichtdicken erzeugen.

Besonders Eindrucksvoll kommt der Effekt dann bei der partiellen Anwendung zur Geltung. Weil hier der Lack nur an vorher definierten Stellen aufgetragen wird. Damit lässt sich z. B. das Logo super hervorheben.

Die Duftlack-Veredelung

Duftendes Papier? Warum nicht? Nicht immer macht das Sinn. Dennoch ist es in bestimmten Fällen eine gute Möglichkeit sich abzuheben. Und wie funktioniert das in der Praxis? Im Lack sind mikroverkapselte Duftöle eingearbeitet. Die Sie durch das Reiben zerstören.  Die enthaltenen Duftöle werden freisetzen. Um diesen Effekt noch zu verstärken, ergänzt ein passendes Bild die Komposition. Mir fällt dabei ein Obsthändler ein, auf dessen Visitenkarte einen knackigen Apfel zu sehen ist und auch nach Apfel riecht, sobald man diesen berührt. Lecker!

Die Veredelung mit Folienkaschierung

Die Folienkaschierung oder auch Cellophanierung umschließt das Papier mir einer Folie. Das können matte, glänzenden oder Folien mit verschiedenen Effekten sein. Ein großer Vorteil ist der Schutz vor Schmutz, Feuchtigkeit oder mechanischen Einflüssen. Das macht deine Drucksache länger haltbar und sorgt auch für eine höhere Stabilität.

Die Farbschnitt -Veredelung

Was super modern und innovativ wirkt, ist tatsächlich eine traditionelle Technik. Sie hat ihre Anfänge bereits im 16. Jahrhundert. Die Kanten (offene Seiten) des Buchblocks wurden zum Schutz vor Staub und Schmutz mit einer dünnen Metallschicht bestrichen. Vielleicht kennen Sie es von den alten Gesangsbüchern. Der Farbschnitt wirkt bei einer Visitenkarte mit ihren vier Seiten besonders gut.

Standardfarben, Neonfarben oder auch Prägefolien. Viele Ausführungen sind möglich.

Die Veredelung mit Blindprägung

Bei der Blindprägung wird das Papier oder der Karton nur geprägt. An dieser Stelle kommt keine Farbe ins Spiel. Dennoch lässt sich auch eine Blindprägung mit einem Druck kombinieren.

Die Blindprägung kann von beiden Seiten erfolgen. Entweder erhaben oder vertieft. Sie sollten nur beachten, dass auf der jeweils anderen Seite das Papier ebenfalls verformt ist. Möchten Sie also eine Prägung in Kombination mit einer 2-seitigen Ausführung, dann sollten sich an diesen Stellen keine gedruckten Informationen befinden.

Die Veredelung mit Heißfolienprägung

Mit Druck und Hitze wird eine Farbfolie auf das Papier gepresst. Die Folien können dabei ganz verschiedene Eigenschaften haben. Wie auch bei der Folienkaschierung z. B. matt, glänzend oder metallic. Ein Beispiel kennen Sie garantiert! Denn die holografischen Elemente auf einem Geldschein sind auch Heißfolienprägungen.

 

Fazit

So natürlich für uns der Umgang mit Papier ist. So bedeutungslos ein leeres Blatt Papier im ersten Moment auch scheint. Papier ist alles andere selbstverständlich. Es hat einen hohen Wert und man sollte es zu schätzen wissen.

In vielen Bereichen kann man auf Papier verzichten um Ressourcen und Umwelt zu schonen. Stichwort „papierloses Büro“. Bei Ihrer Kommunikation hingegen können Sie über hochwertige Broschüren, Flyer und Visitenkarten mit der richtigen Papierwahl sowie der passenden Veredelung Akzente setzen. Sich von deinem Wettbewerb abheben. Sie kommunizieren zielgerichtet Ihrer Zielgruppe alle relevanten Leistungen. Das kommt an!

Wenn Sie mehr über Papier, Visitenkarten oder ganzen Geschäftsausstattungen wissen wollen, dann melden Sie sich doch einfach bei mir oder schreiben es in die Kommentare.

Viele Grüße

 

Quellen für diesen Artikel

*1 Ipsos. Bei 1.408 Geschäftsführern von kleineren und mittleren Unternehmen im Namen von Lexmark in Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Spanien, Italien, den Niederlanden und den USA durchgeführte Umfrage.

*2 www.panda.org/paper

*3 www.helles-koepfchen.de/artikel/3026.html